„Wir finden für jeden ein Plätzchen”

Ehrenamtsagentur stellt sich für die Zukunft auf/ Sandra Nortmann ist neue hauptamtliche Kraft

Ein Umzug in neue noch zu findende Räume, die Verbreitung der Ehrenamtskarte sowie die Ausbildung von sogenannten Engagementslotsen stehen demnächst auf dem Plan.
VON OLIVRER HERMES
Cloppenburg. Pläne für die Zukunft haben die Verantwortlichen der Ehrenamtsagentur geschmiedet. Erste Weichen wurden bereits gestellt, seit dem 1. August ist Sandra Nortmann als hauptamtliche Kraft tätig. Die gelernte Wirtschaftsinformatikerin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: „Ich bin selbst auch ehrenamtlich aktiv.” Sie unterscheide auch nicht zwischen den freiwilligen Tätigkeitsfeldern, sondern freue sich über jeden, der sich engagieren möchte. „Es zeigt ja, dass einem die Gesellschaft und das persönliche Umfeld nicht egal sind”, sagt Nortmann im Gespräch mit der MT. Die Arbeit mit und für Menschen sei motivierend. Die Ehrenamtsagentur vermittelt zwischen Helfern sowie Vereinen und Organisationen – und das kostenlos. „In den Beratungsgesprächen kristallisiert sich schon einiges wie die Interessen heraus. Und wir finden für jeden ein Plätzchen“, so Nortmann mit einem Augenzwinkern. So könnten auch Hemmschwellen abgebaut werden. Eine Tendenz sei, dass Menschen eher für einen absehbaren kürzeren Zeitraum Projekte unterstützen wollen. Hier komme der Zeitstifter-Pool zum Tragen: Helfer können sich für einen spontanen Einsatz melden. Experten gehen derzeit davon aus, dass sich 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung freiwillig in ihrer Freizeit einsetzen. „Dazu gibt es noch rund 30 Prozent, die sich engagieren wollen, aber nicht wissen, wo und wie. Da kommen wir ins Spiel“, erklärt Jutta Klaus, die ehrenamtlich bei der Ehrenamtsagentur hilft. Gegründet wurde die Vermittlungsstelle im Februar 2013, sie geht auf eine Idee des Seniorenbeirates zurück. Gefördert wird die Einrichtung von Land, Landkreis und Stadt sowie von der Bürgerstiftung und Aktion Mensch. Wie berichtet, bewilligte der Kreistag jüngst einen weiteren Zuschuss über 15000 Euro im Jahr. Dieser soll unter anderem in den Bezug neuer Räume investiert werden. „Die Arbeit wurde im Laufe der Jahre immer mehr. Außerdem sind die aktuellen Räume an der Sevelter Straße nicht barrierefrei“, sagt Rita Moormann, die wie Jutta Klaus bei der Ehrenamtsagentur mitarbeitet. Besichtigungstermine gebe es schon; die Verantwortlichen hoffen auf eine möglichst kurzfristige und zentrale Lösung. Wichtig ist ihnen, überkonfessionell und neutral zu arbeiten. Ein Angebot für jedermann. Neben dem Umzug steht auch die Weiterentwicklung der Ehrenamtskarte in den Städten und Gemeinden des Kreises auf dem Programm. „Das ist eine echte Wertschätzung für die Arbeit”, sagt Nortmann. Zudem möchte sie eine Ausbildung für Lotsen anbieten, die dann künftig als Multiplikatoren in den einzelnen Kommunen fungieren. So könne man mehrere Anlaufstellen in den Ortschaften bieten. Glücklich über die Entwicklung zeigt sich auch Theo Budde von der Bürgerstiftung Cloppenburg, die im November ihr zehnjähriges Bestehen feiert. „Wir sind stolz auf das Erreichte und freuen uns, dass wir den nächsten Schritt machen konnten. Es macht Spaß, wenn man vorankommt“