Chaos im Bücherschrank sorgt für Frust

EHRENAMT Paten klagen über volle Regale  Nur Einräumen, wenn Platz ist
CLOPPENBURG/EB  „Er“ steht am Eingang der Cloppenburger Fußgängerzone, nahe des Eberborg-Brunnens. Viele Cloppenburger, aber auch zahlreiche auswärtige Besucher der Stadt, bleiben vor „ihm“ stehen, verweilen eine Zeit, öffnen eine Schiebetür, greifen hinein und entnehmen „ihm“ ein gedrucktes Werk. Die Rede ist vom Offenen Bücherschrank, den die Bürgerstiftung Cloppenburg im Oktober 2013 einrichtete. Im Laufe der Zeit sei er zu einem Magneten für Lesehungrige geworden, berichtet Rita Moormann von der Cloppenburger Ehrenamtsagentur, die den Schrank betreut. Und auch gelesene Bücher finden hier ein neues Zuhause – so ist immer Wechsel im Schrank. Fast täglich ordnen ehrenamtliche Schrankpaten die Bücher und sorgen so für ein gepflegtes Aussehen des Schrankes. ln jüngster Zeit aber vergeht ihnen des Öfteren die Lust an ihrer Tätigkeit. „Achnee! Nicht schon wieder“, seufzt Schrankpatin Renate Berg angesichts eines erneut völlig überfüllten Schrankes. Beim Öffnen einer der Schiebetüren fielen ihr die ersten Bücher bereits entgegen. Und so machte sie sich an die schweißtreibende Arbeit, die kreuz und quer eingelegten Bücher in Taschen zu packen und in ihre Wohnung zu schleppen. Wenn wieder Platz ist, werden die Bücher ordentlich eingestellt. Aber: Kaum aufgeräumt, platzt der Schrank am nächsten Tag schon wieder aus allen Nähten. „Bisweilen stehen wir fast ohnmächtig vor dem überfütterten Bücherschrank“, stöhnt auch Rita Moormann. „Wir appellieren daher an den gesunden Menschenverstand der Nutzer: Mit der Einstellung eines neuen Buches solange warten, bis dafür bequem Platz ist.“
14.02.2020 NWZ