Trotz Dıstanz wächst das Miteinander

Einkaufsdienst und Maskennähen: Ehrenamtsagentur registriert große Hilfsbereitschaft im Kreis Cloppenburg
Die Bereitschaft, für Mitmenschen da zu sein und sich sozial zu engagieren, war lange nicht mehr so groß, wie jetzt während der Coronakrise. Davon ist die Ehrenamtsagentur Cloppenburg überzeugt.
Cloppenburg (mt). „Es haben sich bei uns schon 50 Menschen gemeldet, die ihre Hilfe angeboten haben“, freut sich Jutta Klaus von der Ehrenamtsagentur. Mittlerweile gebe es Hilfsangebote von Privatpersonen, Initiativen und Organisationen aus fast allen Teilen des Landkreises. „Kooperieren können und wollen wir bei Bedarf mit den anderen Städten und Gemeinden des Landkreises, zu denen wir inzwischen ein gutes Miteinander aufgebaut haben.“ Ein Teil der Hilfsbereitschaft: Es wurden insgesamt rund 200 selbstgenähte Gesichtsmasken an der Bürgermeister-Winkler-Straße 23 abgegeben, die von dort aus weiterverteilt wurden. 60 gingen bisher ans Altenheim St.-Pius-Stift, 40 an die Kinder-, Jugend und Familienhilfe Jugendburg. Die Ehrenamtsagentur unterstützt die freiwillige Nähleistung durch kostenlose Herausgabe von bereits zurecht geschnittenen Stoffen. Privatpersonen können sich genähte Masken gegen eine Spende ab holen. „Das ist wichtig, da auch so das Virus eingedämmt wird”, sagt Jutta Klaus. „Gerade in dieser Krise werden wir als Koordinierungsstelle aktiv und können auf ein bestehendes Netzwerk aus Ehrenamtlichen und Organisationen zurückgreifen“, betont Klaus. Der Dienst, Hilfebedürftige und Helfende zusammenzubringen, sei besonders wichtig. Deswegen wurde das Corona-Callcenter eingerichtet, bei dem sich beide Seiten melden können. „Wir öffnen diesen Service landkreisweit. Wer Hilfe sucht, kann sich melden, wir suchen dann sofort jemanden raus, der schon Hilfe angeboten hat.” Kreisrat Neidhard Varnhorn lobt die Anstrengungen der Ehrenamtsagentur und der Ehrenamtlichen, die zur Bewältigung der Krise beitragen: „Die vielen guten, hilfreichen Ideen, die die Agentur bereits in die Tat umgesetzt hat, zeugen von der mit menschlichen kreativen Arbeit der daran Beteiligten, aber auch davon, dass die Ehrenamtsagentur als Einrichtung für den Landkreis unverzichtbar ist.” Daher sei es auch schon vor der Krise selbst verständlich gewesen, dass der Landkreis die Ehrenamtsagentur finanziell unterstütze. Durch die Agentur wurden auch zwei zusammengebracht, die bisher keine Berührungspunkte hatten: die Tafel und das Jugendparlament. Die Ersten stellten den Betrieb ein, um die vielen Ehrenamtlichen zu schützen. Das Jugendparlament und auch weitere Jugendliche boten von sich aus ihre Hilfe an, auch weil sie durch die Schließung der Schulen über mehr Zeit verfügten. Die Ehrenamtsagentur brachte beide zusammen. „Manche stehen schon um 7 Uhr dafür auf. Sie arbeiten in drei Schichten“, berichtet Rita Moormann. Alleinerziehende mit Kindern und Rentner in Grundsicherung könnten donnerstags wieder Lebensmittel abholen. „Viele stellen jetzt fest, wie sinnvoll diese Tätigkeit ist und wie viel Spaß sie auch macht.” Im Internet unter der Adresse www.ehrenamtsagentur.org finden freiwillige Helfer und Hilfebedürftige entsprechende Formulare. Gleichzeitig erreicht man das Corona-Callcenter dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter Telefon 04471/850 45 32. Es ist auch eine Kontaktaufnahme per E-Mail an info@ehrenamtsagentur.de möglich.
22.04.2020 MT